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Rap ohne Alexandriner

→ Das schönste Mädchen der Welt. Mi., 21.50 Uhr, SRF 2

Foto: Tobis-Filmverleih
Im Sightseeingbus sollte der Blick eigentlich weiter schweifen ...

Der poetisch beschenkte Cyril macht im Freestyle Battle alle nass. Wo man vor allem zwei Gaben braucht: Schlagfertigkeit, die gute Antwort sofort parat zu haben, und Sorglosigkeit, die Reimform betreffend. Grundregel: Wenn der Reim stimmt, ist es kein Rap: »Du Rentner hast auf dieser Bühne nichts zu suchen. / Du bist so alt, deine erste Crew hieß Hitlerjugend!« Okay, Zoomer. »Das schönste Mädchen der Welt« ist, was Genette »Travestie« genannt hat, Transformation eines bekannten Textes in einen anderen Stil. Hier wird Rostands »Cyrano de Bergerac« (1897) in die Jetztzeit verlegt, deutsche Jugend tut, was der französische Adel zu Zeiten Corneilles tat. Entsprechend ist die Fallhöhe so groß wie die Nase, die Cyril und Cyrano gemein haben wie auch Steve Martin schon in »Roxanne« (1987). Wenn die Travestie bereits als solche nicht neu ist, aber diese ist nicht mal als Travestie neu. Der hochbegabte Nasenmann und die unerreichbare Liebe. Ein Weg immerhin, einer nicht lesenden Jugend Weltliteratur nahezubringen. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.07.2026, Seite 14, Feuilleton

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