Nachschlag: Codierung
→ Marie Antoinette. Do., 21.35 Uhr, ZDF Neo
Marie Antoinette musste im Laufe der Geschichte für so einiges herhalten. Von der unfruchtbaren Fremden zu einer Königin der Mode. Dann Verschwenderin (»Madame Déficit«, die auf zeitgenössischen Karikaturen als Vagina dentata den Staatshaushalt verschlingt) oder schlicht auch: Hure (Metze von Thomas Jefferson u. v. a. m.). Auf der Anklagebank der Revolution schließlich die personifizierte Verdorbenheit: Spionin, Verräterin, Kindesverführerin. In der Restaurationszeit dann wieder »die reine Königin«, die nichts wollte, als ihre Kinder zu verteidigen. Rückblickend verkörpert die Figur weniger die letzten Züge des Ancien Régime als den Prozess symbolischer Kriege überhaupt. Sobald der richtige Zeitpunkt gekommen scheint, weiß sich Marie Antoinette aus einer superartifiziellen Rokokostatue mit meterhoher Turmfrisur in eine noch artifiziellere Schäferin zu verwandeln. Mit einem Lämmchen an ihrer Seite liest sie lauthals Rousseau. »Die Mode will noch mehr Echtheit, um die Natur noch durchtriebener zu vernatürlichen« (Stefan Zweig). (aha)
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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