Nachschlag: Bösartige Heiterkeit
→ Berlin 1933. Tagebuch einer Großstadt. Di., 21.45 Uhr, Arte
»Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen«, eröffnete Adolf Hitler am 10. Februar 1933 im Berliner Sportpalast seine Wahlkampfrede. Die zahlreich anwesenden Frauen fühlten sich angesprochen. Viele weinten, manche kreischten, wie Aufnahmen aus dem Publikum zeigen. Darunter die französische Auslandskorrespondentin Stéphane Roussel, die als vorherrschende Stimmung im Saal eine »bösartige Heiterkeit« feststellte, eine kluge Beobachtung bezüglich des Charakters des deutschen Faschismus. Roussel ist eine der vielen Quellen, die Volker Heise in seinem Zweiteiler »Berlin 1933. Tagebuch einer Großstadt« zu Wort kommen lässt. Weil darunter auch Stimmen wie die des Arbeiterschriftstellers Jan Petersen sind, ist Heises Arbeit nicht allein wegen der Bilder interessant. Wer den Faschismus im ersten Jahr seiner Macht sehen will, findet hier interessantes Material. Da kann man über das antikommunistische Intro glatt hinweghören. (row)
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