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Fußballrealität

Machtspiel

Die Regionalligareform droht zu scheitern

Foto: Jan Huebner/IMAGO
Es wird Zeit: Kompassmodell oder nichts! (1. FC Lokomotive Leipzig – FC Würzburger Kickers, 28.5.2026)

Leipzig. Die Aufstiegsreform der Fußballregionalliga scheint erneut vor die Wand zu fahren. Die Ergebnisse der einzelnen Regionen der zeitgleich durchgeführten Vereinsabstimmung am Montag abend durch die fünf Träger der Regionalligen West, Südwest, Bayern, Nord und Nordost hätten kein einheitliches Bild ergeben. Das teilten der Westdeutsche Fußballverband, der ­Bayerische Fußballverband sowie der Norddeutsche und Nordostdeutsche Fußballverband anschließend mit.

Die Vereine der dritten Liga sowie der Regional- und Oberligen in ganz Deutschland waren zur Abstimmung aufgerufen. Im Westen (60,9 Prozent), Norden (61,5 Prozent) und Nordosten (76,3 Prozent) favorisierten die Klubs das sogenannte Kompassmodell. Im Südwesten erreichte das »Regionenmodell« die Mehrheit (93,1 Prozent), in Bayern sprachen sich die Abstimmenden (52,4 Prozent) mehrheitlich für die Ausarbeitung neuer Modelle aus, teilte der Westdeutsche Fußballverband in einer Pressemitteilung mit.

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Die Umsetzung einer Reform zur Saison 2028/2029 soll nur dann erfolgen, wenn sich die Vereine aller fünf Regionen jeweils für dasselbe vorgeschlagene Modell entscheiden. Der Prozess, der beim Deutschen Fußballbund (DFB) eingesetzten Arbeitsgruppe, sei damit beendet. Der Norddeutsche Fußballverband bilanzierte mit Versammlungsleiter und Vizepräsident Uwe Döring: »Auch wenn es keine bundesweite Lösung gegeben hat, werden wir uns in den kommenden Wochen erneut dafür starkmachen, dass ein gerechtes Modell gefunden wird, welches Aufstiegsspiele zur dritten Liga überflüssig macht.«

Einige Vereine hatten die Abstimmung schon im Vorfeld boykottiert. Damit wollen sie ihren Unmut über die kurzfristige Änderung der Rahmenbedingungen zum Ausdruck bringen. Denn vor der entscheidenden Abstimmung am Montag hatte es einen erneuten Eingriff in den Prozess gegeben: Das von vielen Klubs favorisierte Kompassmodell wurde in den verschickten Wahlunterlagen vier Tage vor Abstimmungstermin kurzfristig verändert. Statt der ursprünglich vorgesehenen 20er-Staffeln sollten nun nur noch 18 Teams teilnehmen. Damit wurden alle Rahmenbedingungen, die monatelang mit einer 13köpfigen Expertengruppe vorbereitet worden waren und auch zur Diskussion standen, ausgehebelt. Das »Bündnis der Fanszenen Deutschland« rief die Klubs deshalb zum Boykott auf. »Wenn diese Grundlagen kurz vor der Abstimmung verändert werden, wird aus Reformpolitik ein Machtspiel – und genau das machen wir nicht mit«, teilte Hansa Rostock mit und boykottierte als einer der ersten Klubs deutschlandweit die Abstimmung. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.07.2026, Seite 16, Sport

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