Preiswecker des Tages: Andreas Schwarz
Der Tankcontainer der Alfons Haar Maschinenbau GmbH – ein »independent family owned global player« – fasst 9.000 Liter und dient der Betankung von Panzern. 4.200 Stück hatte die Bundesregierung geordert. 2021 kostete das Teil noch 142.000 Euro. Heute – fünf Jahre, zwei »Sondervermögen« und eine »Zeitenwende« später – schlägt die Anschaffung mit 291.000 Euro zu Buche. Eine stolze Verdoppelung für ein bisschen Blech und Ventile, die von grundsolidem Schlosserhandwerk zusammengehalten werden. Die Rüstungsindustrie nennt das Ganze: Preisbildung. Leute wie Andreas Schwarz, Wehretatberichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion, reiben sich nun via RND erstaunt die Augen und stellen die Bestellung auf Stopp: »Wir haben im Rüstungsbereich eine starke Tendenz zu überhöhten Preisen.«
Dabei könnte auch Schwarz mit Marx längst wissen, dass Kapital dorthin strömt, wo die Profitrate am höchsten ist. Und das ist derzeit nun mal dort, wo der Staat ohne Sinn und Verstand 108 Milliarden Euro in den Rüstungsmarkt pumpt, während seine parlamentarischen Verwalter flankierend in jedes Mikrofon blöken, Schnelligkeit sei wichtiger als Effizienz. Wer nach dieser Maßgabe einkauft, darf sich eben nicht wundern. Der Düsseldorfer Kriegsgerätehersteller Rheinmetall hat’s vorgemacht: 2020 lag der Umsatz noch bei 5,4 Milliarden Euro, 2025 bei – fast verdoppelten – 9,9 Milliarden. Was Rheinmetall kann, kann ein »independent family owned global player« aus Hamburg schon lange.
Typen wie Schwarz stören sich derweil nur an den Preisen. Der Krieg, für den sie bezahlt werden, juckt sie nicht sonderlich. Und so ist die entfaltete Symmetrie zwischen Düsseldorfern und Hamburgern dann auch keine Laune, sondern Methode: Krieg ist ein Geschäft, und die BRD einer der besten Kunden.
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