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Chronik

Anno … 26. Woche

1821, 24. Juni: Angeführt von Simón Bolívar siegen venezolanische Truppen in den südamerikanischen Unabhängigkeitskriegen in der Schlacht von Carabobo gegen die spanischen Kolonialisten unter dem Kommando von Feldmarschall Miguel de la Torre. Nach dem Zerfall Großkolumbiens, kurz nach dem Tod Bolívars 1830, wird Venezuela ein eigenständiger Staat.

1876, 25. Juni: Bei der Schlacht am Little Bighorn im heutigen US-Bundesstaat Montana wird ein US-Kavallerieregiment von einer Koalition verschiedener indigener Stämme, darunter Lakota- und Dakota-Sioux, eingekesselt und vernichtend geschlagen. Die Niederlage wird, gesteuert durch eine Kampagne der Witwe des getöteten Kommandanten George Armstrong Custer, zu einem nationalen Heldenkampf gegen »die Wilden« stilisiert.

1936, 22. Juni: Der Physiker und Philosoph Moritz Schlick wird von einem ehemaligen Studenten in den Räumen der Wiener Universität erschossen. Schlick war eine der Leitfiguren des neopositivistischen Wiener Kreises. In der Anklageschrift gegen Schlicks Mörder, Hans Nelböck, heißt es: »Der Beschuldigte, der von Natur aus religiös eingestellt ist, hat die wissenschaftliche Bekämpfung des von Prof. Schlick vertretenen Positivismus bzw. den destruktiven Tendenzen des atheistischen Positivismus entgegenzuarbeiten für unerlässlich erachtet.« Um von seiner politischen Motivation abzulenken, führt Nelböck als Tatmotiv einen Streit um eine Kommilitonin an. Er wird 1938 nach dem Anschluss Österreichs von den deutschen Faschisten frühzeitig entlassen. Sein Entlassungsgesuch ist ein Bekenntnis zum Faschismus, dem er mit seiner, unter anderem antisemitisch motivierten Tat einen Dienst erwiesen haben wolle.

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1941, 27. Juni: Das Zentralkomitee der KP Jugoslawiens beschließt die Gründung der Volksbefreiungsarmee, deren Mitglieder als Partisanen unter dem späteren jugoslawischen Staatschef Josip Broz Tito gegen die deutschen Besatzer kämpfen. Bereits fünf Tage zuvor hatte sich die erste antifaschistische Kampfeinheit im Land gebildet.

1951, 26. Juni: Die Bundesregierung erklärt die Freie Deutsche Jugend (FDJ) gemäß Artikel 9, Absatz 2 des Grundgesetzes für verfassungsfeindlich und verbietet sie auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Drei Jahre später bestätigt das Bundesverfassungsgericht den Beschluss. Vorangegangen war das Verbot einer Volksbefragung gegen die Wiederbewaffnung, die die FDJ initiieren wollte. 1956 wird auch die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) verboten.

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.06.2026, Seite 15, Geschichte

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