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Russische Botschaft warnt vor Geschichtsrevisionismus in der BRD

Foto: IMAGO/Eventpress
Auch die sowjetische Fahne der Sieger über die Hitlerfaschisten ist am 8. und 9. Mai auf dem Gelände des Sowjetischen Ehrenmals im Berliner Treptower Park verboten

Die russische Botschaft in Berlin veröffentlichte am Montag auf ihrer Website einen Kommentar zu Erscheinungen des Geschichtsrevisionismus in der Bundesrepublik:

Uns sind Berichte deutscher Medien über eine im Berliner Abgeordnetenhaus vorangetriebene Initiative zur Veränderung des Erscheinungsbildes und der inhaltlichen Ausgestaltung Sowjetischer Ehrenmale in der deutschen Hauptstadt aufgefallen. Es geht mutmaßlich um den Versuch, am Fuß der Denkmäler Informationstafeln anzubringen, die den subjektiven Blick bestimmter politischer Kräfte in Deutschland auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs widerspiegeln. Dabei wird nicht verschwiegen, dass diese Vorschläge in erheblichem Maße von den aktuellen politischen Erwägungen geprägt sind, die von Russophobie getragen werden.

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass sowjetische Kriegsgräberstätten, darunter auch die zentralen Ehrenmale in Berlin, unter dem Schutz des deutsch-russischen Regierungsabkommens über Kriegsgräberfürsorge vom 16. Dezember 1992 stehen.

Die entscheidende Rolle der Roten Armee und des sowjetischen Volks bei der Befreiung Deutschlands und Europas vom Nazismus ist unbestreitbar. Die in Stein verewigten Symbole dienen als eine Erinnerung an die Heldentat der sowjetischen Soldaten und an die gewaltigen Opfer, die im Namen des Sieges gebracht wurden. Diese Symbole sind heilig und unantastbar. Jegliche Versuche, ihre Bedeutung zu relativieren, ihren ursprünglichen Sinn zu verändern oder sie in einen anderen historischen Kontext zu versetzen, sind inakzeptabel und schändlich.

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Das erschütternde Ausmaß der Verbrechen des »Dritten Reiches« und seiner Helfershelfer wurde durch das Nürnberger Tribunal dokumentiert. Seine Urteile unterliegen keiner Verjährung und hängen nicht von den Präferenzen heutiger Politiker ab. Wir rufen dazu auf, keinen Geschichtsrevisionismus zu betreiben, indem man gegen Denkmäler vorgeht, sondern zur Wiederherstellung historischer Gerechtigkeit dadurch beizutragen, dass die Verbrechen der Nazis und ihrer Helfershelfer als Völkermord an den Völkern der Sowjetunion durch Deutschland offiziell anerkannt werden.

Die Initiative »Russland ist nicht unser Feind« ruft anlässlich des 85. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion zu einer Kundgebung am 20. Juni von 13 bis 15 Uhr am Brandenburger Tor mit anschließendem Gang zum Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten auf:

In Politik und Medien wird Russland zum Feind Deutschlands gemacht, gegen den aufgerüstet und die Gesellschaft kriegstüchtig umgebaut wird. Russland soll, so Bundesaußenminister Wadephuhl, sogar »für immer unser Feind bleiben«.

Diese Politik ist geschichtsvergessen. In den letzten gut 100 Jahren hat Deutschland Russland resp. die Sowjetunion zweimal überfallen – und beide Male endete es für Deutschland mit einer totalen Niederlage und für die Sowjetunion mit einem unermesslichen Blutzoll und erlittener Gewalt, die in ihrer Brutalität bis dahin einzigartig war und bis heute ist. (...)

»Hinzu kommt: Diese Politik ist kurzsichtig und dumm«, so Christiane Reymann für den Aktionskreis der Initiative Russland ist nicht unser Feind. »Russland wird immer unser Nachbar sein. Man kann den eurasischen Kontinent nicht im Meer versenken. Gute Nachbarschaft und Frieden sind das Gebot der Stunde. Dafür bedarf es einer Erinnerungskultur, die die Verbrechen, die im Namen Deutschlands begangen wurden, wahrnimmt und nicht verdrängt. Dafür stehen die sowjetischen Gedenkstätten in und um Berlin; sie müssen, wie im Zusammenhang mit dem Zwei-plus-vier-Vertrag vereinbart, in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben und gepflegt werden.«

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.06.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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