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Fußball

Abgestaubt

Crystal Palace gewinnt die Conference League

Foto: Maryam Majd/REUTERS
Ach, den hätten wir auch gern in der Sportredaktionsvitrine: Pokal für den Gewinner der Conference League – in den Händen von Crystal Palace (noch)

Sie haben es wieder gemacht. Im fünften Conference-League-­Finale ging der Titel zum dritten Mal nach 2023 auf die Insel. Zum zweiten Mal nacheinander leckte sich nach Betis Sevilla (2025) ein spanisches Team die Wunden: Rayo Vallecano. Auch der zweite europäische Titel der Fußballsaison ging an die Briten, morgen können sie in Budapest sportiv einen ganzen Kontinent ausknocken.

Auch er hat es wieder gemacht. Oliver Glasner (51), der Ösitrainer der Eagles. 2022 gewann er mit Eintracht Frankfurt sensationell die Europa-League. Nun die CFL. Der gebürtige Salzburger schließt zu österreichischen Trainerlegenden wie Béla Guttmann und Ernst Happel auf. Guttmann gewann 1961 und 1962 mit Benfica Lissabon den damaligen Meistercup, Happel holte ihn 1970 mit Feyenoord Rotterdam, 1983 mit dem Hamburger SV. Das Finale im Leipziger Brausestadion zwischen Crystal Palace und Rayo Vallecano war das letzte Spiel Glasners als Teammanager bei dem Klub aus dem Süden Londons. Vergangenes Jahr hatte Palace unter seiner Ägide nach 120 Jahren Vereinsgeschichte erstmals Titel gewonnen, den FA Cup (gegen Man City), den Community Shield (gegen den FC Liverpool). Gleich in der Premierensaison der Eagles auf europäischer Ebene gab es erneut einen Titel, den dritten in zwölf Monaten. (Nächste Saison darf Palace Europa-League kicken, die diesjährige Quali dafür war ihnen von UEFA und dem Internationalen Sportgerichtshof wegen der Eigentümerverhältnisse aberkannt worden.) Glasner wird vermutlich bei einem Balltretschwergewicht eine neue Anstellung finden.

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Das Finale verlief diskret, vor allem die erste Halbzeit. Die Angst, spielentscheidende Fehler zu machen, war groß. Die ­Rayistas, ein Barrio-Klub aus dem Stadtviertel Vallecas von Madrid, Arbeiterverein mit Antifafans und einem Nazipräsidenten, machten den besseren Eindruck, sie waren wütender, zu mehr als eineinhalb Chancen reichte es aber nicht. Die beste Chance auf der anderen Seite hatte Tyrick Mitchell mit einem Flugkopfball nach Vorarbeit von Adam Wharton.

Nach dem Wechsel reichte Palace eine Viertelstunde für den Ruhm. Augusto Batalla, Ex-­River-Plate-Tormann der Franjirojos (Rotgestreiften), klatschte einen Weitschuss von Wharton nach vorne ab, vor die Füße des Ex-Mainzers Jean-Philippe Mateta (WM-Kader Frankreichs), der abstaubte. Ein Freistoßschlenzer von Yeremy Pino (WM-Kader Spaniens) knallt gegen beide Pfosten, der Nachschuss ein drittes Mal. Nach einem Konter klärt Batalla großartig gegen Mateta. Das war’s. Überragend waren Daichi Kamada (WM-Kader Japans) und Wharton. Torschützenkönig wurde Ismaïla Sarr (Palace) mit neun Einlochungen. Ebenfalls zur WM fahren Tormann Dean Henderson sowie Pathé Ciss (Rayo) für den Senegal.

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.05.2026, Seite 16, Sport

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