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20.05.2026
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Nachschlag: Unabomber ohne Bomben
→ The Village | Mo., 0 Uhr, Tele 5
Der eine von den zweien, in denen Shyamalan Händchen bewiesen hat. Gute Einfälle hat er oft, nur kann er sie nicht als Handlung ausbuchstabieren und fehlt ihm als Regisseur schlicht das Gestaltungsvermögen. Hier erzählt er die Geschichte eines Dorfs gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Umgeben ist es von Wäldern, in denen die »Unaussprechlichen« herumschleichen, die Bewohner sind also gut beraten, die Grenzen des Dorfs nicht zu überschreiten. Wer das Partyspiel »Werwolf« kennt: etwa so. Und der bei Shyamalan obligatorische Reveal? Das Dorf steht gar nicht im 19. Jahrhundert, sondern inmitten unserer Gegenwart, als Enklave von Aussteigern, Technik- und Fortschrittsskeptikern, die eine bessere Welt wollen, diese Gemeinschaft aber nur unter dem Diktat permanenter Angst erhalten können. Shyamalan hat die Idee später in »Wayward Pines« noch einmal und etwas variiert ausgeführt. Das Village wird von einem Mix aus Angst, Feindbild und Phantasma stabilisiert. Wer linke Vereine kennt: etwa so. (fb)
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