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11.05.2026, 19:15:00
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Vorfall bei Korrespondentendinner in Washington: Mutmaßlicher Attentäter plädiert »nicht schuldig«
Washington. Der Mann, der beschuldigt wird, vergangenen Monat bei einer Pressegala einen Anschlagsversuch auf US-Präsident Donald Trump verübt zu haben, hat am Montag auf nicht schuldig in allen Anklagepunkten plädiert. Der 31jährige Cole Allen aus Kalifornien äußerte sich vor Gericht nicht, da seine Anwältin Tezira Abe das Plädoyer in seinem Namen abgab. Die Anklagepunkte umfassen versuchten Mord am Präsidenten, tätlichen Angriff auf einen Bundesbeamten sowie Verstöße gegen das Waffengesetz.
Die Staatsanwaltschaft wirft Allen vor, bei einem vereitelten Anschlag auf Trump und andere Mitglieder seiner Regierung während des Korrespondentendinners mit einer Schrotflinte auf einen US-Beamten geschossen und eine Sicherheitskontrolle gestürmt zu haben.
Spätestens seit Auftauchen eines Überwachungsvideos, das diesen Moment und die überraschten Sicherheitskräfte zeigt, gibt es deutliche Kritik an deren Reaktion. So hieß es in der detaillierten Darstellung, die die Bundesstaatsanwaltschaft am 22. April im Strafverfahren gegen den Verdächtigen vorgelegt hat, dass das Vorgehen des Secret Service von Unaufmerksamkeit und Fehlschlüssen geprägt war und Schlimmeres nur durch »außergewöhnliches Glück« sowie den Sturz des Schützen zu Boden verhindert werden konnte. Demgegenüber hatte der geschäftsführende Generalstaatsanwalt Todd Blanche erklärt, dass die Beamten Allen »sofort überwältigt und festgenommen« hätten. Dieser sei jedoch einfach »zu Boden gefallen«, so die Staatsanwaltschaft laut LA Times. Ein Beamter habe zudem fünf Mal auf Allen geschossen, ihn jedoch nicht getroffen.
Die Staatsanwaltschaft äußerte sich laut dem Bericht vom 29. April nicht zu dem Secret-Service-Beamten, von dem Blanche behauptete, er sei während des Vorfalls in seine kugelsichere Weste getroffen worden – was die Spekulationen nährt, dass der Beamte möglicherweise nicht von Allen, sondern von einem Kollegen oder gar nicht getroffen wurde.
Die nächste Auseinandersetzung in diesem Fall: Allen versucht, Blanche und die US-Staatsanwältin Jeanine Pirro von dem Fall auszuschließen, da sie bei dem Abendessen anwesend waren und möglicherweise zu Allens mutmaßlichen Zielen gehörten. Sein Anwalt, Eugene Ohm, sagte, die Verteidigung werde wahrscheinlich die Ablehnung der gesamten US-Staatsanwaltschaft in Washington beantragen, die Pirro leitet, aufgrund ihrer Freundschaft zu Trump und ihres Status als potentielles Opfer. »Es ist völlig unangemessen, dass Opfer eines mutmaßlichen Vorfalls wie diesem den Fall persönlich verfolgen«, sagte Ohm. (Reuters/jW)
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