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28.04.2026
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Club Voltaire in Frankfurt am Main nach Übernahme des Gebäudes durch Stiftung Medico International gerettet
Die Stiftung Medico International teilte am Montag mit, dass die Immobilie in Frankfurt am Main, in der der Club Voltaire seinen Sitz hat, in das Eigentum der Stiftung übergeht. Das seit mehr als 60 Jahren bestehende linke Kulturzentrum, dessen Mietvertrag von den Erben des früheren Eigentümers nicht verlängert worden war, ist damit gerettet:
Die Immobilie im Frankfurter Stadtzentrum, die seit 1962 vom traditionsreichen Club Voltaire genutzt wird, geht zukünftig in das Eigentum der Stiftung Medico International über. Die Stadt Frankfurt, insbesondere das Kulturdezernat, hat bei der einvernehmlichen Lösungsfindung mitgewirkt. Die Stiftung unterstützt finanziell die Arbeit der Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico International und wird keinen Einfluss auf das inhaltliche Programm des Club Voltaire ausüben.
Lothar Reininger vom Club Voltaire kommentiert wie folgt: »Für uns hätte es keine bessere Lösung geben können. Wir können so unsere jahrzehntelange Arbeit zu internationalistischen Themen fortsetzen, zeitgleich fördert Medico International über die Mieteinnahmen die Projekte in der Welt, für die viele Initiativen hier bei uns zusammenkommen. Wir sind dankbar für die breite Unterstützung aus der Frankfurter Stadtgesellschaft, insbesondere aus dem Kultur- und Gewerkschaftsbereich. Ich freue mich über die nun anstehende Zusammenarbeit, das ist gelebte Solidarität.«
Anne Jung, Sprecherin der Stiftung Medico International, sagt dazu: »Seit 1968 ist Medico International Teil der Frankfurter Stadtgesellschaft. Als solcher tragen wir auch zu ihrem Erhalt bei. Deshalb freut uns die Lösung, bei der uns die Stadt Frankfurt mit begleitet hat, um so mehr. Angesichts weltweiter autoritärer Verschiebungen, die auch vor Deutschland nicht Halt machen, ist die Existenz solcher Orte wichtiger denn je. Demokratie braucht Reflexion und den Blick über den Tellerrand hinaus. Die vorherigen Eigentümer haben diesen sicheren Raum für Debatten jahrzehntelang ermöglicht, wir sehen uns in dieser Kontinuität. Für diesen Blick, für dieses Tor zur Welt stehen der Club und Medico gleichermaßen. Frankfurt braucht den Club Voltaire.«
Die »Global Sumud Flotilla« gab am Sonntag bekannt, Italien verlassen zu haben, um die israelische Blockade von Gaza zu durchbrechen:
Die Global Sumud Flotilla bestätigt, dass heute Nachmittag 56 Schiffe offiziell von Porto Xiphonio in Augusta ausgelaufen sind. Damit wurde die bislang größte koordinierte zivile Seemobilisierung der Mission eingeleitet und der Kurs offiziell in Richtung östliches Mittelmeer genommen.
Die Schiffe verließen heute Nachmittag in koordinierter Formation den sizilianischen Hafen, beobachtet von Unterstützer:innen und Medienvertreter:innen. (…) Die Flotilla bricht mit klaren Zielen auf: Israels illegale Blockade zu durchbrechen, die Einrichtung eines permanenten humanitären Korridors voranzutreiben und den koordinierten internationalen Druck auf Regierungen und Unternehmen zu verstärken, die für deren Durchsetzung mitverantwortlich sind. (…) Diese Flotilla ist kein isolierter Akt; sie ist Teil einer wachsenden internationalen Initiative, die darauf abzielt, die Systeme aufzudecken und zu unterbrechen, die die aufrechterhalten – von globalen Schiffahrtsrouten bis hin zur staatlichen Politik. (…)
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