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Friedensforschungsinstitut SIPRI warnt vor wachsender Rolle von Atomwaffen

Foto: Uncredited/AP/dpa
Verwüstung nach dem US-Atombombenabwurf auf die japanische Stadt Hiroshima (9.8.1945)

Das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) hat anlässlich der Veröffentlichung seines Jahrbuchs 2026 am Montag vor einer wachsenden Rolle von Atomwaffen in der internationalen Sicherheitspolitik gewarnt:

(…) »Einflussreiche Stimmen, darunter einige Staats- und Regierungschefs, befürworten Atomwaffen als Garantie gegen einen Angriff durch einen feindlichen Staat. Doch die Abhängigkeit nationaler Verteidigungs- und Sicherheitsstrategien von Atomwaffen – oder eine verstärkte Abhängigkeit davon – könnte die nuklearen Risiken erheblich erhöhen«, sagte SIPRI-Direktor Karim Haggag. »Die mit Atomwaffen verbundenen Gefahren nehmen aufgrund von Fortschritten in der Waffentechnologie, dem Zusammenbruch der Rüstungskontrolle und verschärften geopolitischen Spannungen sowie einer Reihe weiterer Faktoren zu. Gleichzeitig stellen weltpolitische Ereignisse – nicht zuletzt der Ausbruch des Konflikts zwischen den atomar bewaffneten Staaten Indien und Pakistan – die Logik der atomaren Abschreckung in Frage.« (…)

»Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass die Atomwaffenstaaten ihre Abrüstungsverpflichtungen vernachlässigen oder sogar aufkündigen und statt dessen ihre nukleare Stärke zur Schau stellen«, sagte Hans M. Kristensen, Associate Senior Fellow im SIPRI-Programm für Massenvernichtungswaffen und Direktor des Nuclear Information Project bei der Federation of American Scientists (FAS). »Indem sie auf nukleare Lösungen zurückgreifen, schaffen Staaten neue Risiken und schüren die Dynamik des Wettrüstens.« (…)

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»Die Tatsache, dass die Vertragsstaaten des Nichtverbreitungsvertrags erneut keine Einigung über ein Abschlussdokument erzielen konnten, ist ein weiterer Schlag gegen den Kern des Vertrags: dass andere Staaten keine eigenen Nuklearstreitkräfte entwickeln, wenn die Atomwaffenstaaten Schritte in Richtung Abrüstung unternehmen«, sagte SIPRI-Direktor Karim Haggag. »Das Fehlen eines Nachfolgeabkommens zum New START, die Modernisierung der Nuklearstreitkräfte und Pläne zur Ausweitung des Einsatzes von Atomwaffen dürften die Legitimität des Nichtverbreitungsvertrags weiter untergraben. Dies wird es den Vertragsstaaten erschweren, die zahlreichen Herausforderungen im nuklearen Bereich, unter anderem im Nahen Osten und in Ostasien, gemeinsam anzugehen.«

Zum SIPRI-Jahrbuch erklärte Sören Pellmann, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Bundestag:

»Erneut befinden wir uns in der brandgefährlichen Unlogik der atomaren Aufrüstung. Anstatt internationale Bemühungen zum Abrüsten zur obersten Priorität zu erklären, beteiligt sich die Bundesregierung am Aufrüsten. So investiert die Bundeswehr in Rheinland-Pfalz Milliarden, um Atombomber beherbergen zu können. Zusätzlich hat Deutschland den UN-Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 noch immer nicht unterzeichnet. Es ist erschreckend, dass es aktuell weniger internationale Verträge zur Kontrolle von nuklearen Sprengköpfen gibt als während der Hochphase des Kalten Kriegs. Die Erfahrungen von damals zeigen eindeutig: Ohne internationale Abkommen zur Kontrolle von nuklearen Sprengköpfen kann die Aufrüstungslogik nicht durchbrochen werden. Wenn solche Verträge während des Kalten Kriegs möglich waren, müssen sie das heute auch sein. Dass sich die Bundesregierung nicht aktiver für solche einsetzt, ruiniert unsere Glaubwürdigkeit auf internationaler Ebene und macht Europa unsicherer.«

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.06.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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