Nachschlag: Extrem ratlos
Die Filmemacher wissen nicht, was sie mit »Linksextremismus« meinen. Deshalb nutzen sie die vom Geheimdienst vorgegebene Definition: eine linke Strömung, die sich durch Gewalt gegen den Staat, gegen Nazis und den Kapitalismus auszeichnet. Nicht fehlen darf in dieser Extremismusdoku natürlich die »Hammerbande«. Die Angriffe auf Nazis durch Johann G. und seine Sportgruppe werden auf einer Europakarte minutiös dokumentiert. Vom Budapester Westbahnhof zur Bahnhofsunterführung in Dessau-Roßlau hat das Filmteam jeden Tatort dokumentiert. Doch die Erkenntnis über den sogenannten Linksextremismus ist gering. Und dass Martin Schirdewan und die Rote Hilfe sich nicht von der militanten Antifa distanzieren, ist für die Filmemacher unverständlich. Ein Video auf der Grundlage der Extremismustheorie scheitert an seiner Beschränkung auf die Gewalt. Interessanter wäre ein Ansatz, der die politische Praxis der radikalen Linken in Deutschland betrachtet. Der zeigt, was sie aufbauen und nicht zerstören wollen. (bk)
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