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02.04.2026, 17:40:00 / Ausland
Krieg im Iran

Die iranische Linke im Schatten der Gewalt

Ein Gespräch mit Mila Mossafer
Von Ignacio Rosaslanda

Mila Mossafer gehört zu jenen, die politische Brüche in der iranischen Geschichte nicht nur analysieren, sondern selbst durchlebt haben. Heute lebt sie in Berlin und engagiert sich bei »Iranische Aktivist*innen im Exil Berlin«. Ihre politische Sozialisation begann bereits vor der Revolution von 1979, später beteiligte sie sich an linken Kämpfen gegen die Islamische Republik. Repression und Verfolgung zwangen sie schließlich ins Exil. Ihre Perspektive verbindet persönliche Erfahrung mit jahrzehntelanger politischer Praxis. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeichnet Mossafer ein Bild tiefgreifender gesellschaftlicher Krisen. Die jüngsten landesweiten Proteste – die größten seit Jahren – richteten sich gegen Armut, autoritäre Herrschaft und systematische Unterdrückung. Das Regime reagierte mit massiver Gewalt. Gleichzeitig sei die Bevölkerung heute weitgehend isoliert: eingeschränkte Kommunikation, allgegenwärtige Sicherheitskontrollen und eine Atmosphäre von Angst und Erschöpfung prägen den Alltag.

Besonders dramatisch sei die Lage für politischer Gefangene sowie die Zivilbevölkerung angesichts der Bombardierungen durch die USA und Israel, die vor allem Infrastruktur und Wohngebiete treffen. Mossafer lehnt sowohl das Regime als auch ausländische Militärinterventionen ab. Der Krieg werde nicht als Befreiung wahrgenommen, sondern sei vielmehr Ausdruck geopolitischer Interessen. Gleichzeitig kritisiert sie internationale linke Strömungen, die den Iran als »antiimperialistisch« verklären und damit die inneren Kämpfe unsichtbar machen. Ihre zentrale These: Emanzipatorische Veränderung kann nur von innen kommen – getragen von Arbeitern, Frauen, Studierenden und Minderheiten. Doch der Krieg drohe genau diese Kräfte zu schwächen, indem er das Regime stabilisiert und weitere Repression legitimiert. Trotz allem bleibt ein vorsichtiger Ausblick: Für eine demokratische Veränderung aus der iranischen Gesellschaft heraus brauche es internationale Solidarität, die sich an den Menschen orientiert, nicht an Staaten. Mossafer spricht von einem gemeinsamen Kampf über Grenzen hinweg – gegen Krieg, Autoritarismus und Ausbeutung.

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