Also los
Von den zahllosen Lateinstunden am Gymnasium in Zürich sind mir geblieben: ein paar Wendungen, mit denen ich, selten genug, meine Texte schmücke, und ein paar Sprichwörter. Von einem komme ich seit kurzem nicht los: »Croesus Halyn penetrans magnam pervertet opum vim.« Das ließ vor etwa zweieinhalbtausend Jahren das Orakel von Delphi einem gewissen Croesus ausrichten, Herrscher über Lydien im Westen der heutigen Türkei. Frei übersetzt: Falls Croesus den Fluss Halys überschreite und damit einen Krieg gegen die Perser vom Zaun breche, werde er ein großes Reich zerstören. Croesus (auch Krösus), eine stinkreiche, aber etwas simpel gestrickte Kriegsgurgel, war für Zweideutigkeiten nicht zu haben. Dann also los, dachte er, und fiel mit seinen Streitkräften in Persien ein. Es gelang ihm nicht, die Perser zu besiegen, und das Reich, das als Folge dieses Kriegszugs vor die Hunde ging, war sein eigenes.
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