Russland: Brüssel jetzt Hauptfeind?
Von Reinhard LauterbachMoskau. Russland hat seine Einschätzung der EU offenbar grundsätzlich überarbeitet. Das geht aus einem Posting des früheren Präsidenten und jetzigen Sicherheitsratssekretärs Dmitri Medwedew auf Telegram vom Freitag hervor. Demnach nimmt Russland die Aufrüstungsbestrebungen der EU sehr ernst und beobachtet eine Verwandlung des Bündnisses in eine »radikal antirussische Militärallianz«. Bisher hatte Russland die EU als in erster Linie ökonomischen Zusammenschluss betrachtet und zum Beispiel keine Einwände gegen einen Beitritt der Ukraine zur EU erhoben. Jetzt werde Russland einem solchen Schritt nicht mehr zustimmen, so Medwedew. Die Frage ist, auf welche Weise es diesen Beitritt verhindern will. Gefragt wird es sicherlich nicht. Aber die Medwedew-Aussage impliziert, dass Russland die Ukraine auch nach einem Kriegsende als relevanten militärischen Faktor einschätzt, der das Kriegstüchtigkeitspotential der EU verstärken werde. Genau darauf läuft die Argumentation der Ukraine für ihren Beitritt hinaus: das Land der EU als militärischen Vorposten anzudienen.
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