Nachschlag: Men’s Club
Guy Ritchie hatte seinen Zenit gleich am Anfang. Nach »Bube, Dame, König, Gras« und »Snatch« kam nicht mehr viel. Die Holmes-Adaptionen waren nett, »Rock’n’Rolla« anschaubar. Unzweifelhafter Tiefpunkt: »Aladdin«. Mit »The Gentlemen« kam er auf den blutigen Pfad der Tugend zurück. In betreff seines vom Musikvideo geprägten Inszenierungsstils und was das Milieu angeht. Kriminelle nämlich kann er. Der Gangster als Typ wie du und ich, nur in cooler. Es ist ein Kino, das nichts will, das allerdings ziemlich willensstark. Stakkatocuts, dynamische Kamera, Slomo. Alles wird Form bei diesem Regisseur, doch auch Form ist ein Statement. Geschickt konstruiert zeigt sich der Plot, die Dialoge herausragend. Und Ritchie kann Schauspieler führen. Charlie Hunnam als loyaler, verschlagener, lakonischer, latent müder Cleaner, der hinter seinem Boss aufräumt, Hugh Grant als schmieriger Klatschjorno, Colin Farell als schrulliger Kampfsportcoach usw. Sämtlich Männer, gewiss, doch Verbrechen wird halt von Männern gemacht. (fb)
Probeabo
Sie lügen wie gedruckt. wir drucken, wie Sie lügen.
Jetzt 2 Wochen gratis lesen – das Probeabo endet automatisch!
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Feuilleton
-
Die Zukunft kommt noch
vom 31.03.2026 -
Vorschlag
vom 31.03.2026 -
Bischofsheim an der Rhön
vom 31.03.2026 -
Wörter trennen, Bilder verbinden
vom 31.03.2026 -
»Make America not suck again«
vom 31.03.2026 -
Osterhörspielparade
vom 31.03.2026
