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Nachschlag: Kapital und Arbeit

Der Brutalist | Sa., 0.05 Uhr, Sky Cinema

Foto: IMAGO/Landmark Media
Schicksal des Einwanderers: Erst mal auf den Bau

Um brutalistische Architektur geht es eigentlich kaum. Dafür ist der Film selbst brutalistisch: kantiges Intro, wuchtiger Score, penetrante Bilder, unendlich lang, gefühlt noch länger. Was gegen den Film durchaus nicht spricht. Jene Wirkung ist ja erkennbar das inszenatorische Ziel, und man kann einem Kunstwerk nicht gerade die Wirkung vorwerfen, die es nach Intention haben sollte und dann auch vollauf hat. Sogar Bildtafeln und eine Pause zum Luftholen gibt es. Man fühlt sich letztlich der Hauptfigur gleich, reingerissen in eine Welt, die über dich wegrollt. Der zähen Story zugrunde liegt ein wichtiges Thema: Dekonstruktion des Glücksversprechens der bürgerlichen Gesellschaft. Der kreative Arbeiter, in diesem Fall der Architekt, benötigt Produktionsmittel, Kapital also. Der Investor wird zum Enabler, zugleich aber zum Feind. Am Ende erhebt Kapital sich über Arbeit in der Annahme, dass es sie nicht braucht, weil sie es braucht. Schau, was ich gebaut habe, sagt der Geldgeber zum Architekten. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.03.2026, Seite 14, Feuilleton

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