Nachschlag: Kapital und Arbeit
Um brutalistische Architektur geht es eigentlich kaum. Dafür ist der Film selbst brutalistisch: kantiges Intro, wuchtiger Score, penetrante Bilder, unendlich lang, gefühlt noch länger. Was gegen den Film durchaus nicht spricht. Jene Wirkung ist ja erkennbar das inszenatorische Ziel, und man kann einem Kunstwerk nicht gerade die Wirkung vorwerfen, die es nach Intention haben sollte und dann auch vollauf hat. Sogar Bildtafeln und eine Pause zum Luftholen gibt es. Man fühlt sich letztlich der Hauptfigur gleich, reingerissen in eine Welt, die über dich wegrollt. Der zähen Story zugrunde liegt ein wichtiges Thema: Dekonstruktion des Glücksversprechens der bürgerlichen Gesellschaft. Der kreative Arbeiter, in diesem Fall der Architekt, benötigt Produktionsmittel, Kapital also. Der Investor wird zum Enabler, zugleich aber zum Feind. Am Ende erhebt Kapital sich über Arbeit in der Annahme, dass es sie nicht braucht, weil sie es braucht. Schau, was ich gebaut habe, sagt der Geldgeber zum Architekten. (fb)
Probeabo
Sie lügen wie gedruckt. wir drucken, wie Sie lügen.
Jetzt 2 Wochen gratis lesen – das Probeabo endet automatisch!
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Feuilleton
-
Nationalschätze
vom 30.03.2026 -
Darrell Crofts tot
vom 30.03.2026 -
Die alte Aura
vom 30.03.2026 -
Vorschlag
vom 30.03.2026 -
Veranstaltungen
vom 30.03.2026 -
Kein Mozart des Kalenders
vom 30.03.2026 -
Die großen Fragen
vom 30.03.2026
