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Aus: Ausgabe vom 27.03.2026, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Alte Muster, neues Werkzeug

Zur Diskussion | Mi. 19.15 Uhr, Deutschlandfunk
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Wütend zu sein, reicht auch nicht

Das Gespräch lohnt sich besonders wegen Pia Scholz: »Diese Form der Fremdsexualisierung war schon immer da – nur das Werkzeug hat sich verändert.« Ihre Schilderungen verhindern, dass die Debatte abstrakt bleibt, und machen die Strukturen der Gewalt gegen Frauen deutlich. Sie selbst war Opfer digitaler Gewalt, ähnlich wie Collien Fernandes, und ihr Fall zeigt die mangelhafte Durchsetzung von Gerechtigkeit: Viele Anzeigen bleiben folgenlos. Wiebke Winter von der CDU spricht von »gesamtgesellschaftlicher Verantwortung«, blendet dabei aber den politischen Kontext aus – etwa rassistische Diskurse in der eigenen Partei um Friedrich Merz, die patriarchale Muster stabilisieren. Max Bauer, ARD-Rechtsredakteur, bleibt lange blass, liefert am Ende jedoch eine zentrale Diagnose: Es fehlt an echter Veränderungsbereitschaft bei Männern. Die Diskussion zeigt, dass weder Justiz noch Politik ausreichend reagieren, sondern Initiativen aus der Zivilgesellschaft entscheidend sind. (ir)

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