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Aus: Ausgabe vom 11.03.2026, Seite 3 / Ansichten

Überflüssige des Tages: FDP

Von Max Ongsiek
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Kurz vor der Bundestagswahl: Ein Plakat sagt mehr als tausend Worte (Berlin, 20.2.2025)

Es gibt diesen einen Loriot-Sketch von 1977 – »Der Wähler fragt« – in dem die verschiedenen Parteien des damaligen bundesrepublikanischen Politparketts vom Großmeister des feinen Humors verulkt werden. Während sich in der Parodie einer politischen Fernsehdiskussion die Vertreter von SPD und CDU in Wortgefechten hohle Phrasen um die Ohren hauen, wiederholte der fiktive FDP-Politiker Claus-Hinrich Wöllner – statt im Wortduell hervorzustechen – nur den Satz »Im liberalen Sinne heißt liberal nicht nur liberal« wie ein Mantra. Schon damals galt die FDP als Partei ohne eigene Identität oder klar erkennbares politisches Programm, aber mit beachtlichen Wahlergebnissen – so erzielte die Partei bei den Bundestagswahlen 1976 7,9 und 1980 10,6 Prozent.

In der Geschichte der alten Bundesrepublik war sie daher häufiger Koalitionspartner auf Regierungsebene – sowohl der Union (CDU/CSU) als auch der SPD. Die FDP war Beschafferin bürgerlicher Mehrheiten, auch mit drastischen Mitteln: Als sie 1982 die sozialliberale Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt beendete und nach dem Sturz des Kanzlers durch das konstruktive Misstrauensvotum in eine CDU-Regierung unter Helmut Kohl eintrat, zeigte sie ihr wahres Gesicht – das einer machtgierigen, skrupellosen Wendehalspartei.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Nach dem Bruch der Ampelkoalition 2024 und der desaströsen Bundestagswahl 2025, bei der die Partei aus dem Bundestag katapultiert wurde, suchte sie weiterhin nach politischen Kompass und Relevanz. Mit der vergeigten Landtagswahl am Sonntag in Baden-Württemberg glaubt nun selbst der alte Bündnispartner CDU nicht mehr an einen Wiederaufstieg der FDP. Kanzler Merz prophetisch am Montag: Die FDP sei »von der politischen Bühne in Deutschland verschwunden. Sie wird keine Rolle mehr spielen.«

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