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NATO-Litauen-Brigade wächst weiter

Foto: Alexander Welscher/dpa
Umwandlung des litauischen Rudninkai in einen Kasernenstandort (17.12.25)

Kaunas. Der zur Verteidigung der Nato-Ostgrenze gegen Russland aufgestellte Großverband hat am Mittwoch offiziell das Kommando über die Multinational Battlegroup Lithuania übernommen. Im Zentrum der litauischen Großstadt Kaunas nahmen 1.500 Soldaten am Übergabeappell des Verbands aus Soldaten mehrerer Nato-Staaten teil. »Das ist die Zeitenwende in Aktion«, sagte Staatssekretär Sebastian Hartmann (SPD) bei seiner kurzen, auf Englisch gehaltenen Rede vor Ort. Für die Bundeswehr war der Inspekteur des Heeres, Christian Freuding, vor Ort. Die Nato-Streitkräfte und somit auch die Soldaten der Bundeswehr in Litauen seien »ab heute Nacht bereit zum Kampf, was immer auch nötig sein mag«, sagte Freuding im Anschluss an den Appell vor Journalisten.

Die Multinational Battlegroup ist seit 2017 in Litauen im Einsatz, mit der Übergabe wird sie zu einem der drei Verbände der Litauen-Brigade. Die zwei weiteren Verbände, das Panzergrenadierbataillon 122 aus dem bayerischen Oberviechtach und das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf in Nordrhein-Westfalen, wurden bereits in den vergangenen Tagen in die Brigade eingegliedert. Die Litauen-Brigade wird offiziell Panzerbrigade 45 genannt. Im April 2025 ist sie in den Dienst gestellt worden, bis Ende 2027 soll sie die volle Truppenstärke erreicht haben und einsatzbereit sein.

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Für die Brigade sollen ab dem Jahr 2027 insgesamt 4.800 Soldaten und 200 zivile Angestellte in Litauen stationiert sein, teilweise mit ihren Familien. Zentrale Standorte sind das unweit der Grenze zu Belarus und südwestlich der Hauptstadt Vilnius gelegene Rudninkai sowie Rukla nahe der zweitgrößten litauischen Stadt Kaunas.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Litauen-Brigade mehrfach als »Leuchtturmprojekt« der Zeitenwende in der deutschen Verteidigungspolitik bezeichnet. Sie ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die erste deutsche Brigade, die dauerhaft im Ausland eingesetzt ist. Zu ihren Aufträgen gehört laut Bundeswehr der Schutz der sogenannten Suwalki-Lücke, des Landkorridors rund um die gleichnamige polnische Stadt. Er befindet sich zwischen der russischen Exklave Kaliningrad und Belarus. (AFP/jW)

junge Welt

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Erschienen am 05.02.2026, Ausland

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