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11.04.2025
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Seine Verantwortung
Da muss wohl jemand seinen Job rechtfertigen: Der Antisemitismusbeauftragte des Bundes, Felix Klein, übt scharfe Kritik an dem geplanten Auftritt des US-Rappers Macklemore beim diesjährigen Deichbrand-Festival. Der geplante Auftritt sei unerträglich, sagte Klein dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 käme es gehäuft zu Antisemitismus im Kulturbetrieb, doch Macklemores Werke stächen »besonders negativ hervor, auch, weil sie so offensichtlich und völlig unzweideutig sind«. Dieser hatte auch in seiner Kunst immer wieder propalästinensische Proteste unterstützt. Laut Klein unzulässig, da der Rapper nicht zugleich die islamistischen Militanten der Hamas angreife. Klein spricht gar von menschenverachtender Hetze. Diese befördere »ganz realen Hass gegen Jüdinnen und Juden«, weshalb Macklemore in Deutschland keine Bühne geboten werden solle. »Ich sehe hier Kulturszene und Privatwirtschaft in der Verantwortung.« Zuletzt hatte der Zentralrat der Juden wegen Macklemores geplantem Auftritt Juden davor gewarnt, das Deichbrand-Festival zu besuchen. (dpa/jW)
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