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Syrien: USA ziehen das Kopfgeld auf Chef der HTS zurück

Foto: Omar Albam/AP/dpa
In Washington ist man vom neuen Management entzückt: Der HTS-Chef spricht in der Umayyaden-Moschee in Damaskus (8.12.2024)

Washington. Die USA ziehen das Kopfgeld zurück, das auf den Chef der islamistischen HTS-Miliz in Syrien ausgesetzt war. Nach einem Treffen mit HTS-Chef Ahmed al-Scharaa in Damaskus sagte die US-Nahostbeauftragte Barbara Leaf am Freitag, sie habe in dem Gespräche »positive Botschaften« erhalten. »Auf der Grundlage unseres Gesprächs habe ich ihm gesagt, dass wir die Belohnung abschaffen, die seit einigen Jahren ausgesetzt war«, sagte Leaf. Sie war mit anderen US-Diplomaten am Freitag in die syrische Hauptstadt gereist, um dort Mohammed al-Dscholani, zu treffen, der inzwischen unter seinem bürgerlichen Namen Ahmed al-Scharaa auftritt. Die USA und weitere westliche Staaten führen die HTS offiziell nach wie vor als Terrororganisation. Eine für Freitag in Damaskus geplante Pressekonferenz wurde abgesagt. Leaf bestritt, dass dies wegen Sicherheitsbedenken geschehen sei. »Ich möchte klarstellen, dass es kein Sicherheitsproblem als solches gab«, sagte Leaf. »Wir konnten nur nicht mehr rechtzeitig zum Veranstaltungsort gelangen, bevor wir die Stadt verlassen mussten«, ergänzte sie. Die inoffiziell seit Jahren von westlichen Ländern und der Türkei unterstützte HTS-Miliz war am 8. Dezember nach Damaskus vorgestoßen. Der syrische Präsident Baschar al-Assad verließ das Land Richtung Moskau. Anschließend flog die israelische Luftwaffe hunderte Angriffe auf die syrische Militärinfrastruktur und zerstörte insbesondere die syrische Luftverteidigung nahezu vollständig. Die HTS ließ das weitgehend unkommentiert geschehen. (AFP/jW)

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Erschienen am 21.12.2024, Ausland

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