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Richard-Wagner-Festspiele

Bayreuther Brötchen

Es war eine schöne Idee: Zum 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele wollte deren Leiterin Katharina Wagner alle zum Standardrepertoire gehörenden Opern von Gründer Richard Wagner (1813–1883) spielen lassen, plus das Frühwerk »Rienzi« – ganze elf Opern. Doch nun fehlt das Geld. In einer bemerkenswerten Mitteilung gaben die Bayreuther Festspiele am Freitag bekannt, dass sie sich aus Geldmangel zu drastischen Einschnitten beim Jubiläumsprogramm gezwungen sehen. Die Personalkosten seien zu hoch. Darum muss man nun kleinere Brötchen backen: Es werde »den Bayreuther Festspielen perspektivisch nicht gelingen, die hierfür benötigten zusätzlichen Finanzmittel aus eigener Kraft zu erwirtschaften«, trotz eines »nach wie vor sehr hohen Eigenfinanzierungsgrades« von mehr als 55 Prozent. Auch die Gesellschafter – die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und der Förderverein der Freunde von Bayreuth – könnten das Defizit nicht ausgleichen. Deshalb sollen 2026 nur noch sieben Opern gespielt werden. Dem Rotstift zum Opfer fallen »Tristan und Isolde«, »Die Meistersinger von Nürnberg«, »Lohengrin« sowie der gefeierte »Tannhäuser«. Der »Ring des Nibelungen« soll neu inszeniert werden. Eröffnet werden die Jubiläumsfestspiele mit der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, »welche Richard Wagner selbst am 22. Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus dirigiert hatte«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.12.2024, Seite 11, Feuilleton

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