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Stadtkirche ergänzt Tafel zu Schmährelief

Wittenberg. Die Stadtkirche der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt hat das Informationsschild zu einem antijüdischen Schmährelief an der Kirchenmauer geändert. Auch im Gebäude soll zukünftig ausführlicher zu Hass und Hetze von Christen gegen Juden aufgeklärt werden. »Wir wollen uns – wie in der Vergangenheit gefordert – stärker von Antisemitismus, Antijudaismus und Fremdenfeindlichkeit im allgemeinen distanzieren«, sagte der Vorstand des Gemeindekirchenrats, Jörg Bielig, am Montag. Die evangelische Kirche wolle Verantwortung übernehmen und zeigen, dass sie sich mit ihrer Geschichte auseinandersetze. Auf der Tafel zu dem Relief wurde nun ergänzt, dass man sich von »Antisemitismus und Judenhass« distanziere.

Das Relief aus dem 13. Jahrhundert zeigt eine Sau, an deren Zitzen zwei Menschen saugen, die durch Spitzhüte als Juden identifiziert werden sollen. Eine laut Bundesgerichtshof (BGH) als Rabbiner geltende Figur hebt den Schwanz des Tieres und blickt in den After. Der BGH hatte im Juni vergangenen Jahres entschieden, dass eine Bodenplatte und ein Aufsteller mit erläuterndem Text vor der Kirche ausreichten, um aus dem »Schandmal« ein »Mahnmal« zu machen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.04.2023, Seite 15, Antifaschismus

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