Zum Inhalt der Seite
Kunst

Kontext der Kunst

Das Bild »Fuck abstraction!« der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn darf im Pariser Palais de Tokyo ausgestellt bleiben. Sechs Vereinigungen hatten wegen »Verherrlichung von Kinderpornographie« vor dem Pariser Verwaltungsgericht geklagt. Das Bild stellt eine schmale, gefesselte und kniende Figur dar, die an einer muskulösen männlichen Figur ohne Gesicht eine Fellatio gibt. Die Klage gegen die 73jährige sei abgelehnt worden, bestätigte das Palais de Tokyo am Mittwoch.

Das Gemälde ist in der Ausstellung der Künstlerin »Mein serieller Gedanke« zu sehen, in der unter anderem Gewalt thematisiert wird. Für Cahn illustriert das Bild, wie Sexualität als Kriegswaffe eingesetzt werde. Wie die Kunsthalle auch auf Twitter mitteilte, habe das Gericht die Klage unter anderem mit der Begründung abgelehnt, dass das Werk in einem Kontext gezeigt werde, der darauf abziele, die Schrecken des Krieges anzuprangern. Die Werkschau im Palais de Tokyo dauert noch bis zum 14. Mai. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 30.03.2023, Seite 10, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!