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Documenta 15

Gewollt oder ungewollt

Der ehemalige Geschäftsführer der Documenta, Alexander Farenholtz, hat Kritik an dem Bericht des Expertengremiums zur Aufarbeitung der Antisemitismusdebatte auf der Documenta 15 in Kassel geübt. Das Papier sei »Teil des Problems«, sagte er der HNA (Dienstag). »Die Wissenschaftler haben gewollt oder ungewollt die Legende von einer Documenta fortgeschrieben, die pausenlos die rote Linie überschritten hat.« Das habe mit der Ausstellung, wie sie von den Besuchern wahrgenommen werden konnte, wenig zu tun. Der Kulturmanager hatte die Geschäftsführung der Ausstellung zeitweise übernommen, nachdem Generaldirektorin Sabine Schormann ihr Amt niedergelegt hatte. Das Expertengremium, das zur Aufarbeitung berufen worden war, veröffentlichte im Februar einen Bericht, in dem es die Vorfälle bei der Weltkunstausstellung vor allem auf strukturelle Schwächen zurückführt. Auch Farenholtz plädiert für eine Strukturreform. »Der Aufsichtsrat sollte eine andere Zusammensetzung finden. Die Politik muss nicht raus, aber ich fand es immer besser, wenn die Politik nicht die Sprechkultur eines Gremiums bestimmt hat«, sagte der 69jährige. Das sei bei der Documenta zu sehr der Fall. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.03.2023, Seite 11, Feuilleton

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