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Literaturbetrieb

Ins Nachtasyl

Nach der Debatte um die Absage zweier nominierter Nachwuchsautoren wird der »Klaus-Michael-Kühne-Preis« beim Hamburger Literaturfestival Harbour Front umbenannt. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll in diesem Jahr unter dem Namen »Debütpreis des Harbour-Front-Literaturfestivals« verliehen werden, wie die Festivalleitung am Donnerstag mitteilte. Der Debütant Sven Pfizenmaier war abgesprungen, weil das Logistikunternehmen Kühne und Nagel als Festivalsponsor seiner Ansicht nach seine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus nicht ausreichend aufgearbeitet hat. Kurz darauf sagte auch die Autorin Franziska Gänsler ab.

Das Harbour-Front-Literaturfestival bedauere die Absagen und habe Verständnis für die Beweggründe, schrieb der Veranstalter in der vergangenen Woche auf seiner Internetseite. Dennoch solle der Debütantensalon wie geplant stattfinden. Nun teilte die Leitung mit, die Kühne-Stiftung habe das Festival am Montag dazu aufgefordert, den Namen und den Ort der Preisverleihung zu ändern. Es ist nun das Nachtasyl des Thalia-Theaters, nicht mehr Kühnes Hotel »The Fontenay«. Der Preis bleibt von der Kühne-Stiftung gefördert. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.09.2022, Seite 11, Feuilleton

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