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Raubkunst

Schädel und Knochen

Aus mehreren Museen und Universitäten in Deutschland und Österreich werden diese Woche menschliche Überreste an den US-Bundesstaat Hawaii übergeben. Die Schädel und Knochen stammen aus Sammlungen des Museums für Vor- und Frühgeschichte Berlin, des Übersee-Museums in Bremen, der Universitäten in Göttingen und Jena sowie des Naturhistorischen Museums in Wien. In Bremen ist an diesem Dienstag eine feierliche Zeremonie zur Übergabe von acht menschlichen Schädeln vorgesehen. Hawaii hatte 2019 um die Rückgabe der Schädel gebeten. Am Freitag ist in Berlin nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Übergabe der Überreste von 32 Menschen an die Delegation des Office of Hawaiian Affairs geplant. Zwischendurch sind Stationen in Göttingen und Jena vorgesehen, anschließend soll es eine Übergabe in Wien geben. Stiftungspräsident Hermann Parzinger kündigte an, für weitere Rückgaben die komplette 2011 von der Charité übernommene Sammlung zu erforschen. Bei Hawaii sei dieses Ziel bereits erreicht und »eine gute Lösung« gefunden worden. Allein die historischen anthropologischen Sammlungen in Berlin umfassen rund 7.700 menschliche Überreste aus nahezu allen Teilen der Erde. Sie wurden im 19. und 20. Jahrhundert zusammengetragen. Etwa 40 Prozent haben einen kolonialen Hintergrund aus den ehemaligen deutschen Überseegebieten in Afrika und dem Pazifikraum. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.02.2022, Seite 10, Feuilleton

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