-
22.01.2022
- → Inland
Sexualisierte Gewalt: Druck auf Kirche steigt
Berlin. Nach der Veröffentlichung des Münchner »Missbrauchsgutachtens« hat die Bundesregierung die katholische Kirche zu einer umfassenden und transparenten Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt aufgefordert. Ein Sprecher des Justizministeriums hob hervor, es handle sich nicht um rein innere Angelegenheiten der Kirche. Die Staatsanwaltschaft in München untersuche derzeit 42 Fälle von mutmaßlichem Fehlverhalten kirchlicher Verantwortungsträger, bestätigte eine Sprecherin am Freitag gegenüber dpa. »Ich glaube nicht mehr, dass die Kirche allein die Aufarbeitung schafft«, sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, im RBB und brachte »einen Ausschuss im Parlament« ins Spiel. Die Kirchen müssten von Gesetzes wegen genauso behandelt werden wie jede andere Vereinigung, forderte der Strafrechtsprofessor Holm Putzke gegenüber dpa. (dpa/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!