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02.12.2020
- → Feuilleton
Wo er sich wohlfühlt
Wie schön, der elegante Fischotter ist »Tier des Jahres 2021«. »Kaum ein anderes Säugetier verbindet die Elemente Land und Wasser so perfekt wie er. Wo Otter sich wohlfühlen, ist die Natur noch intakt«, teilte die Deutsche Wildtierstiftung am Dienstag in Hamburg mit. An stehenden und fließenden Gewässern mit natürlich bewachsenen und schilfreichen Uferzonen findet der wendige Wassermarder Unterschlupf und Nahrung. Doch verbaute und kanalisierte Gewässer, trockengelegte Feuchtgebiete und die Vernichtung von Uferrandzonen minimierten die Überlebenschance dieser Art.
Genau darum geht’s: »Die Deutsche Wildtierstiftung hat den Fischotter zum Tier des Jahres 2021 gekürt, um darauf aufmerksam zu machen, wie gefährdet er selbst und seine Lebensräume sind«, sagte Geschäftsführer Hilmar Freiherr von Münchhausen. Wie viele Otter es in Deutschland gibt, lasse sich schwer schätzen. Fest stehe nur: Im Osten Deutschlands ist er häufiger zu finden als im Rest der Republik.
Für den Hering hat es leider, obwohl auch er zweifellos ein Tier ist, nur zum »Fisch des Jahres 2021« gereicht. Die Motive für seine Wahl sind ähnlich. Mit ihrer Wahl wollen das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) auf die Bedeutung dieser Fischart für die biologische Vielfalt der Meere sowie auf die Bestandsgefährdung in der Ostsee hinweisen. Die erfolgreiche Fortpflanzung des Herings sei dort seit 2006 akut gefährdet. Mit wissenschaftlichem Namen heißt der Atlantische Hering übrigens »Clupea harengus«. Der Fischotter hätte ihn zum Fressen gern. Zum Glück für den Hering bewohnt er eine andere ökologische Nische. (msa)
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