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Sponsor weg

Der Man Booker Prize ist eine der begehrtesten britischen Literaturtrophäen. Julian Barnes hat sie gewonnen, und Margaret Atwood, J. M. Coetzee durfte sie sogar zweimal mit nach Hause nehmen. Skandalumtost wie der Literaturnobelpreis war der Man Booker Prize nie. Vor großen Veränderungen steht er jetzt trotzdem. Der langjährige Millionensponsor, das Investmentunternehmen Man Group, ist nämlich weg. Die Stiftung, die den Preis alljährlich vergibt, sucht nach britischen Medienberichten vom Sonntag nun also eine neue Geldquelle. Das Investmentunternehmen habe seit 2002 insgesamt 25 Millionen Pfund (rund 28,8 Millionen Euro) in den Literaturpreis gesteckt, berichtete der Sender Sky News. Keine Kleinigkeit. Andererseits waren sowieso nicht alle zufrieden mit dem Sponsor. Der Journalist und Bestsellerautor Sebastian Faulks hatte den Preis »irritierend« genannt. Die Investmentbanker der Man Group seien »nicht die Art Leute, die Literaturpreise sponsern sollten – sie sind die Art Leute, die von Literaturpreisen kritisiert werden sollten«, sagte Faulks im vergangenen Jahr. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.01.2019, Seite 11, Feuilleton

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