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Droste

Die Veränderung der Welt

Dass die Welt einer Veränderung zum Besseren oder sogar zum Guten bedürfte, ist keine Neuigkeit. Also fragt man sich mit Lenin: Was tun?

Es gibt Schmerzen, die man lindern kann. Das ist ja schon mal mehr als nichts. Wenn die Frau menstruiert und wüstesten Stimmungsschwankungen unterworfen ist, kann man sie trösten und ihr schöne Worte ins Ohr streicheln; das schafft die Tatsache als solche nicht ab, mildert aber immerhin die Umstände. Das ist die sozialdemokratische Variante, aber in diesem Fall fällt mir auch keine humanere ein.

Wenn ein besinnungsloser Jugendlicher unbedingt Turnschuhe für 250 Euro zu besitzen wünscht, kann man ihm die Erfüllung verweigern; falls er dann maulig und frech wird, setzt man ihm auseinander, dass es sich nicht um ein eigenes Bedürfnis handelt, sondern um ein ihm angezüchtetes. Wird er es verstehen? Oder sich beleidigt und zurückgesetzt fühlen? Abwarten. Geduld üben. Leicht ist das nicht, aber ist der Mensch ein Leichtgewicht?

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Schwerer wiegen Hunger, Folter, Mord – das müsste doch wegzuschaffen sein aus der Welt. Tja, müsste – und schon sind wir im Lande Konjunktiv. Einzeln kriegt man es nicht hin, mit Gruppenzwang aber auch nicht. In die Hölle geht jeder allein.

Lenin, um einen Buchstaben verändert: Was nun?

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.06.2018, Seite 11, Feuilleton

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