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Grünes Licht, schwarze Messe und Nr. 23

Grünes Licht

In der Schaubühne Lindenfels Leipzig liest heute Max Goldt aus seinem »Tagebuch-Buch« »Wenn man einen weißen Anzug anhat«. Gegenstände dieser praktischen Schule des Lebens sind u. a. »Kommentarwichsmaschinen, Funken von Restanstand, die Tauchsieder der Familie Henscheid und das Zweikomponentenrezept«. Beginn ist 20 Uhr. 24 Stunden und 30 Minuten später stellt Wenzel ohne Mensching am selben Ort seine CD »Grünes Licht« vor. Unterstützt wird er von Olaf Becker (Schlagzeug), Janek Skirecki (Bass), Jan Hermerschmidt (Klarinette) und Steffen Wendlik (Posaune/Tuba). Karten gibt es unter 0341/48 46 20.

(jW)


Schwarze Messe

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Voltaires Verzweiflung über die Verfassung der Welt und ihrer Bewohner ist so aufrichtig und lauter wie seine heitere, bösbockige Spottlust weise ist. Sein ›Candide‹ leuchtet heller als alle Scheiterhaufen der Welt. Dieses Buch ist die Bibel der Aufklärung«, schreibt Wiglaf Droste im Booklet des »Candide«-Hörbuchs, das er für den Antje Kunstmann Verlag aufnahm. Am Donnerstag rezitiert er die heilige Schrift in der Salonbuchhandlung im Restaurant Theodor Tucher am Pariser Platz. Beginn ist 20.30 Uhr. Karten gibt es unter 030 / 22 48 96 39.

(jW)


W.z.b.w. (23)

Bush Junior hat die Reihen geschlossen. Seit Sonntag kennt selbst der demokratische Mehrheitsführer des Senats Tom Daschle eine Not, der nur ein »präventiver Alleingang« abhelfen könnte – ein Waffengang, klar. Die für heute 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit angekündigte Rede des Juniors war da nur hinsichtlich der zunehmend reißerischen Kriegsrhetorik von Interesse. Zwar hatte Dan Bartlett, Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, großspurig erklärt, der Präsident werde »die Debatte in einen neuen Zusammenhang stellen«. Beobachter allerdings hatten mit neuen Fakten hinsichtlich der irakischen Massenvernichtungswaffen nicht gerechnet. Die Ansprache galt ihnen als ausgemachter Versuch, das Bedrohungsszenario noch teuflischer an die Wand zu malen als in der letzten Radioansprache vom Samstag. Von »massiven und plötzlichen Schrecken« war da die Rede gewesen, und von einer »Gefahr für Amerika durch das irakische Regime«, die »groß ist, und wächst«.

(AFP/jW)


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Erschienen in der Ausgabe vom 08.10.2002, Seite 12, Feuilleton

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