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04.10.2017
- → Feuilleton
Glitzer zu Staub
Nach gescheiterten Revolten neigen die Gescheiterten dazu, sich durch interne Querelen weiter zu zerlegen, statt die Reihen zu schließen; latente Widersprüche spitzen sich zu und führen zur Spaltung. So scheint es auch dem Kollektiv der, nun ehemaligen, Berliner Volksbühnenbesetzer zu ergehen. In einer Erklärung, welche am Samstag über den Presseverteiler des »Kunstkollektivs B61-12« (auch »Staub zu Glitzer« genannt), das die Aktion organisiert hatte, verschickt wurde, heißt es: »Nach der Räumung wurde es grotesk. Statt darüber zu debattieren, wie man sich durch wilde Besetzungen die Stadt aneignet, wird versucht, sich einem Kultursenator (Foto), der soeben noch den Räumungsbefehl mitgetragen hat, an den Hals zu werfen. Man bettelt um die Wiederaufnahme eines Angebots, das schon längst zurückgezogen wurde, und ist froh, gut mit den Bütteln des Staates zu kooperieren, die einen gestern erst auf die Straße gesetzt haben. (…) Die große Bühne ist geräumt. Das Kollektiv zieht seine Konsequenz daraus und löst sich auf. Es zieht sich zurück in die Klandestinität, zurück zu den Widersprüchen, an die unspektakulären Ränder und Ritzen dieser Stadt.«
Später erklärte eben dieses gescholtene Kollektiv auf Twitter, sein Account sei gehackt worden. Man habe nun eben diese Hackern oder Kritikern oder vielleicht auch Genossen die Mitarbeit in eben diesem Kollektiv angeboten. (jW)
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