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Homophobie

So nicht

Wegen einiger Regenbogenfahnen bei einem Konzert in Kairo soll Mashrou’ Leila, die wohl bekannteste Indierockband der arabischen Welt, nicht mehr in Ägypten auftreten dürfen. Das teilte der zuständige ägyptische Verband für Musiker am Montag der dpa mit. Nach dem Auftritt der libanesischen Gruppe am Freitag abend, bei dem einige Zuschauer die Flaggen als Symbol für Toleranz in die Höhe hielten, starteten in den sogenannten sozialen Medien des konservativen Landes hitzige Debatten. Tausende Nutzer beschimpften in Kommentaren Homosexuelle und wünschten ihnen den Tod. Die Indieband Mashrou’ Leila ist weit über die arabische Welt hinaus bekannt und spielt unter anderem regelmäßig in den USA und in Europa. Ihrem schwulen Sänger Hamed Sinno schlägt vor allem in arabischen Ländern viel Ablehnung entgegen. »Ich hatte gestern ein Treffen mit dem Verband, und wir haben uns entschieden, alle Genehmigungen zurückzuziehen, die Mashrou’ Leila erlaubten, Konzerte in Ägypten zu spielen«, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Musikerverbandes, Reda Ragab. Die Entscheidung müsse aber noch vom gesamten Vorstand bestätigt werden. Mashrou’ Leila darf auch in Jordanien nicht auftreten. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.09.2017, Seite 11, Feuilleton

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