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Droste

Tja

Aus gegebenem Anlass sagte ich einer mir äußerst wohlgeraten erscheinenden, mich auffordernden jungen Frau: »Wer nicht mit dem Teufel getanzt hat, sollte es besser bei Standards belassen. Das schickt sich für alle Beteiligten angenehmer.«

Obwohl ich freundlich lächelnd und höflich in Ton und Diktion sprach, schnappte sie ein wie eines dieser Fahrradschlösser, an die junge Menschen mehr an Geist verschwenden als an den, den sie erwerben könnten, so sie sich denn dafür interessieren wollten oder es vermöchten.

Auf sich sitzen lassen mochte oder konnte sie das nicht, und so kehrte sie nach allerlei Drehen und Wenden zurück, um mir weit stärkere Avancen zu machen. »Danke für das äußerst großzügig gemeinte Kompliment«, gab ich ihr, ihrer tadellosen Reize angesichtig, mit ehrlichem Bedauern zurück und ergänzte, wie es sich ziemt, alle Schuld auf mich nehmend: »Wer aber nicht mit dem Tod höchstselbst zu Bette lag, sollte mit dem Angebot großer Genüsse ein wenig vorsichtig sein.« So gingen wir auseinander, sie, von sicherlich schnell verrauchter Wut befeuert, und ich, wie so oft, heiteren Gemüts, also vollendet ratlos.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.07.2017, Seite 11, Feuilleton

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