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Trilse-Finkelstein gestorben

Am Mittwoch wurde der Schriftsteller und Theaterwissenschaftler Jochanan Trilse-Finkelstein in Berlin beigesetzt, meldet die Jüdische Allgemeine. Er war am 23. März im Alter von 84 Jahren gestorben. Trilse-Finkelstein hatte nach dem Krieg am Wiener Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel studiert und dann Philosophie sowohl bei Theodor W. Adorno in Frankfurt am Main als auch bei Ernst Bloch in Leipzig. In der DDR arbeitete er als Lektor und Redakteur für den Henschel- und den Aufbau-Verlag. Er war an der Edition der Heine-Säkularausgabe beteiligt, war 1990 Mitbegründer des Jüdischen Kulturvereins in Berlin, schrieb zuletzt Theaterrezensionen für Ossietzky und veröffentlichte 2015 eine Biographie über Peter Hacks .

Geboren wurde er 1932 in Breslau als Christoph Trilse, erst als seiner Mutter 1978 zum fünften Mal am Jahrestag der »Reichsprogromnacht« die Fenster eingeworfen wurden, nahm er seinen jüdischen Namen an. Seine Eltern hatten mit ihm Breslau 1933 verlassen und waren über mehrere Exilstationen schließlich in Jugoslawien gelandet, wo sie sich den Partisanen anschlossen. In der Traueranzeige für Trilse-Finkelstein hieß es: »Seine Eltern kämpften als Partisanen und Offiziere im medizinischen Dienst der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee gegen den Faschismus. Er selbst war Kindersoldat an der Seite seiner Eltern. Alle anderen Mitglieder seiner Herkunftsfamilie wurden Opfer der Schoah. Zakhor!« (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.03.2017, Seite 11, Feuilleton

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