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Wäsche der Blutantike

Der Kriminalarchäologe Michael Müller-Karpe hat auf den Handel mit »antiken Kulturgütern« als Einnahmequelle des »Islamischen Staats« hingewiesen. »Blutantiken« aus Syrien und dem Irak würden in handliche Stücke im »Samsonite-Format« zersägt und in Europa oder den USA wieder zusammengesetzt, erklärte der Wissenschaftler gegenüber dpa. Den deutschen Behörden warf er vor, »beim illegalen Antikenhandel allzu oft wegzuschauen.« Zehntausende Kulturgüter würden aus Syrien und dem Irak ins Ausland geschmuggelt. Hierzulande profitierten davon »Kriegsgewinnler«, »oft aus besseren Kreisen mit Einfluss auf Bundesregierung und Rechtsprechung«. Zuletzt habe sich die Bundesregierung bei ihrem Entwurf für das neue Kulturgutschutzgesetz »von einer einflussreichen Lobby wieder über den Tisch ziehen lassen«, meinte der promovierte Mitarbeiter des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz. »Es droht ein Gesetz zur ›Blutantiken-Wäsche‹«: Vor 2007 nach Deutschland geschmuggelte Raubgrabungsfunde sollten rückwirkend zu legalem Handelsgut erklärt werden. Immerhin sei das Graben nach und die Ausfuhr von Antiken auf dem Gebiet der heutigen Staaten Irak und Syrien seit 1869 verboten. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.12.2015, Seite 11, Feuilleton

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