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Nach Adorno führte die leichte Muse zu »geistiger Verstümmelung«, für die fast unerträgliche Event- und Gentrifizierungsstadt Hamburg, die sich im Prinzip nur noch als Unternehmen, nicht aber als Gemeinwesen verstehen will, ist sie einer dieser bizarren »Standortvorteile«. Am heutigen Samstag wird über das fünfte Musicaltheater der Stadt gejubelt – und das heißt auch noch »Mehr!«. Das ist der Albert-Speer-Humor der Gigantomanen. Es wird mit einem Konzert des London Symphony Orchestra in den natürlich denkmalgeschützten Großmarkthallen eröffnet. Das neue Theater bietet bis zu 2.400 Zuschauern Platz und ist damit das größte der Stadt. »Von Rock/Pop bis zu klassischen Konzerten, von Musicals bis zu Galaabenden. Es gibt fast nichts, was wir nicht machen können«, sagt Theaterchefin Nathalie Heinrich. Und genau das ist der Kern des kulturellen Elends der Hansestadt. (jW)

 

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.03.2015, Seite 10, Feuilleton

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