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Nein und ja

Von Wiglaf Droste

 

Die Mixtur aus forcierter Religiösitätssimulation, sich medial dranhängendem jabbelndem medialem Geschrei und politisch mitunter gewollter, meistenteils aber in sich selbst bequem wohnender Doofheit, die sich als Schlauheit in eigener Sache menschheitsfehlversteht, ist schwer zu entbreien.

Man muss aber glücklicherweise keine physische oder digitale WG mehr gründen, um dagegen zu halten. Das schwerste Wort der Welt spricht sich ohnehin nur allein, nie im Verein: Nein. Das Meistgehasste in einer Labergesellschaft ist eine bewusste, klare, begründete und immer anfechtbare Entscheidung.

Auch deshalb, und das ist es, was man der auf »das Positive« schielende und zielende Gruppentruppe namens positives Denken mitteilen kann: Ja, ich will - wenn es stimmt. Deswegen sagt man es ja auch nicht hundertmal im Leben.

 

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.12.2014, Seite 11, Feuilleton

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