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Kirche, die brennt

Der Verband christlicher Anwälte in Spanien (AEAC) will gegen eine Ausstellung im Madrider Museum Reina Sofía klagen. Fünf Exponate der Schau »Un Saber Realmente Util« (Wirklich Nützliches Wissen/29.10-9.2.) seien für Gottesfürchtige »demütigend«, erklärte Verbandspräsidentin Polonia Castellanos, insbesondere ein Werk des Künstlerkollektivs Mújeres Públicas (Öffentliche Frauen) aus Argentinien. »Cajita de fósforos« (Streichholzschächtelchen) heißt dieses Werk, das für Besucher den Hinweis bereithält: »Die einzige Kirche, die erleuchtet, ist eine, die brennt. Trage dazu bei.« Der AEAC versteht das als Aufruf, Kirchen niederzubrennen. Eine weitere vom AEAC als kirchenfeindlich monierte Botschaft der Ausstellung lautet: »Wenn der Papst eine Frau wäre, wäre Abtreibung Gesetz.« Der Verband fordert die Kündigung des Museumsdirektors Manuel Borja-Villel wegen »Verbrechen gegen die Religionsfreiheit«. Das Reina Sofía hat mitgeteilt, die »Zensur von Kunst würde das Recht auf künstlerische Verbreitung verletzen«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.11.2014, Seite 11, Feuilleton

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