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Nicht engstirnig

Zu jW vom 29. September: »Linke regierungsbereit«

Die drei Parteien sollten bei der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit auf keinen Fall engstirnig verfahren. In seiner Rede zum 8. Mai des Jahres 1975 kam Bundespräsident Walter Scheel zu nachfolgender Feststellung: »Wer die DDR nicht versteht, kennt nicht den kommunistischen Widerstand gegen Hitler.« Fast vierzig Jahre später könnte diese Aussage eines Liberalen im höchsten Staatsamt die Kompromissbereitschaft der drei Parteispitzen beeinflussen und erleichtern. Weder die DDR noch die Bundesrepublik kann man als »Unrechtsstaat« bezeichnen, obwohl es in beiden Staaten Unrecht gegeben hat.

Rainer Döhrer, Werra

 

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.10.2014, Seite 14, Leserbriefe

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