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31.07.2014
- → Medien
Die Zeitung l’Unità ist am Ende
Rom. Die linke italienische Zeitung l’Unità hat ab sofort ihr Erscheinen eingestellt: Das Blatt erschien am gestrigen Mittwoch mit lauter leeren Seite und der Schlagzeile: »Sie haben uns umgebracht!« Die Zeitung – bis 1991 Zentralorgan der Kommunistischen Partei Italiens (KPI) – war vor 90 Jahren von dem marxistischen Theoretiker und Arbeiterführer Antonio Gramsci gegründet worden.
Für l’Unità haben die wichtigsten Intellektuellen des Landes geschrieben; viele Journalisten sind in der Redaktion groß geworden. Die Pressefeste, mit denen die KPI ihre Zeitung ursprünglich finanzieren wollten, sind zum kulturellen Gemeingut in vielen Städten geworden. In Spitzenzeiten hatte das Blatt eine Auflage von mehr als 260000, zuletzt sollen es nur noch 21000 gewesen sein. In der Redaktion verlieren 80 Mitarbeiter den Job. Sie beschuldigen die ihnen heute nahestehende Partei, den Partito Democratico von Regierungschef Matteo Renzi, nicht viel zur Rettung des Blattes getan zu haben. (jW)
Für l’Unità haben die wichtigsten Intellektuellen des Landes geschrieben; viele Journalisten sind in der Redaktion groß geworden. Die Pressefeste, mit denen die KPI ihre Zeitung ursprünglich finanzieren wollten, sind zum kulturellen Gemeingut in vielen Städten geworden. In Spitzenzeiten hatte das Blatt eine Auflage von mehr als 260000, zuletzt sollen es nur noch 21000 gewesen sein. In der Redaktion verlieren 80 Mitarbeiter den Job. Sie beschuldigen die ihnen heute nahestehende Partei, den Partito Democratico von Regierungschef Matteo Renzi, nicht viel zur Rettung des Blattes getan zu haben. (jW)
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