Zum Inhalt der Seite
Deutsche Presselandschaft

Poschardt tritt als Welt-Herausgeber ab

Berlin. Ulf Poschardt gibt seinen Posten als Herausgeber der Welt sowie von Politico Deutschland und Business Insider Deutschland auf eigenen Wunsch nach anderthalb Jahren wieder ab. Der 59jährige wird dafür zum 1. Juli »freiester Mitarbeiter« für die Publikationen, die der Axel-Springer-Verlag unter dem Dachbegriff »Premiumgruppe« zusammenfasst, und für die Bild und alle anderen deutschen und internationalen Medienmarken des Hauses arbeiten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. In seiner neuen Rolle soll Poschardt nun »als Autor, Podcaster und Creator maximale journalistische Freiheit nutzen und ganz auf ihn zugeschnittene Formate entwickeln«, wie es von Unternehmensseite hieß. »Kurz: Wir wollen mehr Ulf Poschardt«, so der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner. Poschardt selbst wurde mit den Worten zitiert: »Im Laufe des vergangenen Jahres habe ich festgestellt, dass ich für meine publizistische Arbeit mehr Freiheit brauche, die sich mit einer formalen Funktion nicht immer vereinbaren lässt.« Er sei daher auf Döpfner zugegangen, woraufhin man »eine perfekte neue Rolle« gefunden habe. Poschardt gilt als neoliberaler Hardliner und rechter Kulturkämpfer. Zu seiner Nachfolge gibt es noch keine Informationen. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 15.05.2026, Seite 14, Medien

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!