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Neu erschienen

Ossietzky

Die Zweiwochenschrift für Politik, Kultur und Wirtschaft brachte am 21. Dezember das Themenheft: »Ruck nach rechts. Über zunehmende rassistische und nationalistische Tendenzen in Europa« heraus. Darin befaßt sich Thomas Rothschild einleitend mit Ungarn. Karl Heinz Roth untersucht in einer lesenswerten Abhandlung den »Neofaschismus in Europa«. Gegenwärtig seien auf dem Kontinent über 100 neofaschistische Terrorgruppen, Kampfbünde und Parteien aktiv, allein in Rußland etwa 30 Organisationen. Er unterscheidet in den letzten Jahrzehnten vier Höhepunkte des Neofaschismus: Ab 1973, ab 1991 (Osteuropa) und ab Ende der 80er Jahre (Balkan) sowie seit 2009/2010 (Kürzungspolitik in EU-Staaten). Er untersucht, ob die neokonservativen Parteien zu »Türöffnern« des Neofaschismus werden, analysiert dessen Zusammenhang mit sozialer Spaltung und fragt mit Blick auf Ungarn, ob sich »die gesamte europäische Linke so weit von den materiellen Interessen der Unterklassen entfernt hat, daß diese sie nur noch als politischen Mitgestalter ihrer sozialen und ökonomischen Verelendung wahrnehmen?« Außerdem: Christoph Zerpka über »Frankreichs neue Frontfrau« Marine Le Pen, Germinal Civikov über »Faschismus in Bulgarien«, Conrad Taler mit »Über Wölfe mit und ohne Schafspelz« zu deutschen Umdeutungen der europäischen Geschichte, Ulla Jelpke darüber, wie in baltischen Republiken »SS-Verbrecher zu ›Freiheitskämpfern‹« gemacht werden sowie Eckart Spoo unter dem Titel »Landschaft mit viel Braun« über Neofaschisten vor den Europawahlen.

Ossietzky, Themenheft 1, 38 Seiten, 2,80 Euro, Bezug: Interdruck Berger+Hermann, Weidendamm 30B, 30167 Hannover, Tel.: 0511/1234777, E-Mail: ­ossietzky@interdruck.net

lunapark21

Die vierteljährlich erscheinende »Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie« hat als Schwerpunkt »Die Ökonomie Osteuropas heute«. Dazu schreiben Hannes Hofbauer (»Ostpartnerschaft« endet am Dnjestr), Csilla Medve (Soziale und sozialpolitische Krisen in Osteuropa), Tomasz Konicz (Polen: Im Bann der Semiperipherie), Gábor Kerényi und Susan Zimmermann (Quo vadis Ungarn?) und Winfried Wolf (EU-Autoindustrie: Produktions- und Jobverlagerungen von West nach Ost). Außerdem u.a.: Rudolf Hickel zum diesjährigen Ökonomie-Nobelpreis, Georg Fülberth zum Mindestlohn, Volker Lösch zu »Die Frank Underwoods haben die Schlacht noch nicht gewonnen« und Thomas Kuczynski über »Tatsächliche und angebliche Funktionen von Markt und Plan«.


lunapark21, Heft 24, 74 Seiten, 5,90 Euro. Bezug: AVZ, Storkower Str. 127a, 10407 Berlin, Tel.: 030/42804030, E-Mail: abo@lp21.de

Themen:
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.12.2013, Seite 15, Politisches Buch

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