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Geruch/Gebrauch

Ob Marlboro-Mann oder Zigarettenwerbung aus der Nazizeit: Forscher aus Jena, Hamburg und Wien sind der politischen Bedeutung der Zigarette auf der Spur. Ein von der Bundesregierung geförderter Forschungsverbund will in den kommenden drei Jahren die Kulturgeschichte der Zichten vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute erarbeiten, wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena am Freitag mitteilte. »Zigaretten können durch ihre Symbolik, durch ihren Geruch und durch ihren Gebrauch versteckt politische Inhalte vermitteln«, behauptete der Forschungsleiter Rainer Gries. Und hier ein nicht sehr überzeugendes Beispiel der Forscher: In den 1930er Jahren habe etwa ein grimmig aussehender SA-Mann in Uniform für die NS-Zigarette »Trommler« geworben. Die »Eiserne Front« der Sozialdemokratie habe statt dessen auf Marken gesetzt, die Namen trugen wie »Freiheit« (aha) und »Disziplin« (oho).

(dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.10.2013, Seite 12, Feuilleton

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