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17.10.2013
- → Feuilleton
Monopoly (1)
Von F.-B. Habel
Sie sind kein Mensch. Sie sind Finanzminister.« Ob dieses Zitat von Walter Hasenclever oder Kurt Tucholsky stammt, weiß man nicht so genau. Beide haben das Stück »Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas« zusammen geschrieben. 1932 wurde es in Leipzig uraufgeführt und gleich wieder abgesetzt. Man stieß sich an allerhand politischen Anspielungen. Die Satire rückt die wirtschaftlichen Ziele der Expedition in den Vordergrund, beschreibt den Kolonialismus als pure Ausbeutung. Neben höfischen Intrigen porträtierten Hasenclever und Tucholsky die von der Entdeckung Amerikas betroffenen kleinen Leute, die Schiffsbesatzung und die amerikanischen Ureinwohner. Die Tucholsky-Bühne Minden hat das Stück im Sommer leicht modernisiert. In einem Prolog spielen drei Kinder in britischem, spanischem und portugiesischem Fußballtrikot Monopoly um die Kolonien, ehe sie den beliebten »Money, Money«-Song anstimmen.
Das tun sie nun auch am Sonntag wieder bei einem Gastspiel anläßlich der Verleihung des Kurt-Tucholsky-Preises im Haus der Russischen Wissenschaft und Kultur in Tucholskys Geburtsstadt Berlin. Sicherlich korrespondiert die Satire mit dem Anliegen des Preisträgers Mario Kaiser, der die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung für zwei Texte erhält, die sich »realistisch, tiefgreifend und anrührend mit zwei Leben abseits bürgerlicher Planmäßigkeit und in Verstrickung administrativer Praktiken« befassen, wie die Jury hervorhob.
Mit der sonntäglichen Matinee wird die Jahrestagung der Tucholsky-Gesellschaft enden, die ihr 25jähriges Bestehen zu feiern hat. Eröffnet wird die Tagung heute abend im Russischen Haus mit einer Veranstaltung, auf der Daniela Dahn über Schriftsteller in Politik und Gesellschaft sprechen wird. Am Freitag und Sonnabend werden der Friedensforscher Wolfram Wette, die Literaturwissenschaftlerin Leonore Krenzlin, der Militärexperte Jürgen Rose und der Journalist Otto Köhler über »Schriftsteller und Revolution« referieren. Karten können unter 030/20302320 bestellt werden.
Das tun sie nun auch am Sonntag wieder bei einem Gastspiel anläßlich der Verleihung des Kurt-Tucholsky-Preises im Haus der Russischen Wissenschaft und Kultur in Tucholskys Geburtsstadt Berlin. Sicherlich korrespondiert die Satire mit dem Anliegen des Preisträgers Mario Kaiser, der die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung für zwei Texte erhält, die sich »realistisch, tiefgreifend und anrührend mit zwei Leben abseits bürgerlicher Planmäßigkeit und in Verstrickung administrativer Praktiken« befassen, wie die Jury hervorhob.
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Mit der sonntäglichen Matinee wird die Jahrestagung der Tucholsky-Gesellschaft enden, die ihr 25jähriges Bestehen zu feiern hat. Eröffnet wird die Tagung heute abend im Russischen Haus mit einer Veranstaltung, auf der Daniela Dahn über Schriftsteller in Politik und Gesellschaft sprechen wird. Am Freitag und Sonnabend werden der Friedensforscher Wolfram Wette, die Literaturwissenschaftlerin Leonore Krenzlin, der Militärexperte Jürgen Rose und der Journalist Otto Köhler über »Schriftsteller und Revolution« referieren. Karten können unter 030/20302320 bestellt werden.
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