Zum Inhalt der Seite

Parteinahmen: Reaktionen der Nachbarn

Israel: Angesichts der medialen, verbalen und militärischen Aufrüstung des Westens gegenüber Syrien, hat die israelische Justizministerin Zipi Livni erklärt, Israel habe »kein Interesse« sich einzumischen. US-Präsident Barack Obama müsse eine »sehr dramatische Entscheidung« treffen, Israel übernehme dabei »keine Beraterrolle«. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bereits zuvor den mutmaßlichen Giftgasangriff bei Damaskus als »furchtbare Tragödie und Verbrechen« bezeichnet. Er zeigte Herz für die betroffenen »Frauen, Kinder, Babys und Zivilisten, die auf so grausame Art durch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen Schaden erlitten haben», sagte Netanjahu am Sonntag während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. »Diese Situation kann nicht weitergehen (…) die gefährlichsten Regimes der Welt dürfen nicht die gefährlichsten Waffen der Welt haben.« Israel wisse sich zu verteidigen, betonte er. »Notfalls ist unser Finger am Abzugshahn.«

Türkei: Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte die Tatenlosigkeit angesichts der angeblichen Chemiewaffenangriffe in Damaskus. Im türkischen Sender TRT sagte er, er habe mit seiner Familie die Bilder über die syrischen Kinder mit Bestürzung verfolgt. Es sei unerträglich gewesen, er habe geweint. Wer ein Gewissen habe, müsse Lehren daraus ziehen. Ein namentlich nicht genannter türkischer Diplomat hat derweil einen Bericht zurückgewiesen, wonach die Türkei 400 Tonnen Waffen und Munition an die Aufständischen in Syrien geliefert haben soll. Hürriyet Daily News zitierte den Diplomaten am Sonntag mit den Worten, die Türkei habe mit Waffenlieferungen an die Aufständischen nichts zu tun. Die Angaben über die Waffenlieferung stammen aus Kreisen der syrischen Opposition. 20 Lastwagen seien am Wochenende über die Provinz Hatay nach Syrien gefahren, die Waffen seien »vom Golf finanziert«, erklärte ein für die Operation zuständiger Mann, der sich Mohammad Salam nannte. Der Oberste Militärrat (der »Freien Syrischen Armee«) bestätigte die Waffenlieferung. Die Lieferungen seien nach den Angriffen mit Giftgas bei Damaskus aufgestockt worden.
Anzeige


(kl)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 26.08.2013, Seite 3, Schwerpunkt

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!