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Claus Jacobi tot

Der Journalist Claus Jacobi ist in der Nacht zum Sonnabend im Alter von 86 Jahren in Hamburg gestorben. »Er guckte mit Willy Brandt aus dem DDR-Erker von Erfurt. Er trank mit Richard Nixon zu Hause Wodka«, hieß es in einem Nachruf auf Bild.de, der Jacobi als »die funkelndste Feder von Axel Springer« auswies. Der Hamburger Kaufmannssohn begann als Volontär beim Spiegel, wurde dort Korrespondent in Bonn und Washington, von 1962 bis 1968 führte er das Magazin als Chefredakteur mit Johannes K. Engel. Im Zuge der Spiegel-Affäre verbrachte er 1962 17 Tage in U-Haft. »Die Polizisten suchten nach Beweisen dafür, daß in einer im Spiegel gedruckten Geschichte (›Bedingt abwehrbereit‹) Staatsgeheimnisse verraten worden waren«, rekapitulierte Jacobi später in Bild. »Das Beunruhigende an der Situation war, daß ich sie nur bedingt beurteilen konnte. Ich wußte nicht, ob in dem Artikel tatsächlich Staatsgeheimnisse standen.« Über den Stern kam Jacobi Anfang der 70er zu Springer, wurde Chefredakteur von Welt und Welt am Sonntag sowie Bild-Kolumnist. Das letzte Wort mögen die Kollegen von Bild.de haben: »Er spazierte mit Albert Schweitzer im Dschungel über Ameisen.« (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.08.2013, Seite 13, Feuilleton

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